Kino Review Mara und der Freuerbringer

Wenn man Reviews über Filme schreibt, bedient man sich oft an Vergleichen zu anderen Werken. Doch was schreibt man, wenn es kaum etwas Vergleichbares gibt, auf das man sich beziehen kann? Das fängt schon beim Genre an, denn Mara und der Feuerbringer ist ein deutscher Fantasyfilm. Und der einzige Film aus diesem Genre ist die Unendliche Geschichte. Doch diesen Film kann man schlecht als Vergleich nehmen, den der Film ist schon über 30 Jahre alt und Computeranimationen waren damals noch Science-Fiction und außerdem ist die Unendliche Geschichte eine Deutsch Amerikanische Co-Produktion.

Man kann also mit Fug und Recht behaupten, dass der Regisseur, Co-Autor und Autor der Romanvorlage Thommy Krappweis hier etwas geschaffen hat, was es bisher in Deutschland noch nicht gab. Ich zumindest kenne kein vergleichbares Werk.

Doch beginnen wir mit der Handlung. Mara Lorbeer (Lilian Prent) ist ein 15jähriges Mädchen, dass den Wunsch hat ein normales Leben zu führen. Leider leidet sie unter Tagträumen, was dazu führt, das Mara von Ihren Mitschülern aufgezogen wird. Hinzukommt, das Ihre Mutter (Esther Schweins) einen ausgeprägten Hang zu esoterischen Dingen hegt und gerne mit der „Hexengruppe“ in den Wald geht um mit Bäumen zu reden. Maras Leben verändert sich in dem Moment wo ein Zweig (gesprochen von Oliver Kalkofe) ihr mitteilt, dass Sie eine Seherin ist und verhindern muss, dass sich Loki (Christoph Maria Herbst) sich aus seiner Fesselung befreit und die Götterdämmerung und den damit drohenden Weltuntergang auslöst. Da Mara keine Ahnung hat, wie sie das verhindern soll, wendet sie sich an Professor Weissinger (Jan Josef Liefers). Ein typischer theoretischer Professor, der Mara zunächst skeptisch gegenüber steht, doch sehr bald Freude an den Abenteuern findet.

Wer jetzt bei der Besetzung Sorgen hat, das es eine Komödie ist, der irrt. Natürlich ist der Film humorvoll, aber er enthält keine Klischee-Witze. Nein hier trifft man eher auf den feinen Wortwitz und viele Anspielungen auf andere Filme. Man kann den Humor durchaus mit dem Erzählstil von „Mein Leben und ich“ vergleichen und das Thommy Krappweis hinter Bernd, das Brot steckt, kann der Film auch nicht verleugnen. So verwundert es auch nicht, das einer der Kompasen ein T-Shirt von eben jenem Kastenbrot trägt. Der Film enthält an vielen Stellen solcher Insider-Gags, aber zu keiner Zeit machen diese Gags die Handlung kaputt.

Eine weitere Ausnahmestellung nimmt der Film bei den SFX ein, denn für diesen Film wurde nicht nur der größte Greenscreen der Welt, sondern es wurde der Amerikaner John Nugent engagiert, dessen Arbeiten auch in den Chroniken von Nania oder bei Herr der Ringe bestaunt werden können. Natürlich darf man kein SFX-Feuerwerk wie in amerikanischen Blockbustern erwarten, der Film braucht sich aber auch nicht wegen der SFX zu verstecken. Im Gegenteil, denn die SFX kommen dann zum Einsatz wenn sie benötigt werden. Effekthascherei gibt es zu keinem Moment.

Und auch wissenschaftlich ist der Film auf dem aktuellen Stand der Forschung und räumt mit vielen Klischees der nordisch germanischen Mythologie auf. Denn nur weil die Ausstatter der Opern von Richard Wagner den Wickingern Hörner an die Helme klebten, heißt es nicht das unsere Vorfahren Helme trugen. Wickie lügt!

Alles in allem kann man sagen, das Mara und der Feuerbringer ein handwerklich sehr gut gemachter Fim ist. Und man muß  dem Regisseur bescheinigen, das er viel Herzblut in diesen Film investiert hat. Und das merkt man dem Film über die gesammte Spielzeit an. Und das ist auch der Grund warum ich jedem diesen Film emfehle. Legt die Klischees über deutsche Filme ab, bewertet diesen Film nicht aufgrund des Trailer. Gebt diesem Fim der mit viel Mut und Herzblut entstanden ist eine Chance. Er hat diese Chance verdient. Und sei es nur aufgrund der Tatsache, das der Mut der Macher belohnt werden muss.

Fazit: Mara und der Feuerbringer ist ein Film für Familie, aber auch Nerds oder Freunde des Mittelalters werden Ihren Spaß haben. Handwerklich gut gemacht, tolle SFX, die aber nicht übertrieben sind und verdammt gut recherchiert, aber niemals klugscheißerisch. Ein toller Film der es verdient hat, das viele Menschen Ihn sehen! Um den Mut der Macher zu belohnen und um zu beweisen, das deutsches Kino doch anders sein kann.