Offener Brief an das ZDF wegen der Eröffnungszeremonie / London 2012

Liebes ZDF,

ich habe soeben Eure Übertragung der Eröffnungszeremonie zur Feier der XXX. Olympischen Spiele nach neuer Zeitrechnung gesehen. Die Zeremonie selbst, hat mir sehr gut gefallen. Es war wirklich eine beeindruckende Show, die dort in London gezeigt wurde.

Um so mehr tut es weh, was Ihr aus der Show gemacht habt. Natürlich habt Ihr keinen Einfluss auf die Bilder der Weltregie, aber bei dem was in Eurem Verantwortungsbereich liegt, habt Ihr leider alles falsch gemacht, was man falsch machen kann.

Fangen wir erstmal mit Eurem Angebot an. Vor einigen Jahren habt Ihr den digitalen TV Empfang gepuscht ohne Ende, denn angeblich soll dort alles Besser sein, als beim Analogen TV. „Nun gibt es auf jedem Transponder mehr Kapazitäten, so das viel mehr ausgestrahlt werden kann.“ , so waren Eure Worte damals. Ich frage mich nur, warum Ihr diese Technik nicht vollständig nutzt. Es wäre doch ein leichtes gewesen, eine Tonspur anzubieten, die den Originalton überträgt, ohne den Kommentator.

Damit wären wir auch schon bei dem größten Kritikpunkt, welcher auf den Namen „Wolf Dieter Poschmann“ hört. Sein sportliches Wissen möchte ich gar nicht anzweifeln, aber um ein kulturelles Großereignis zu kommentieren, reicht seine sportliche Erfahrung nicht aus, wie er uns heute eindeutig bewiesen hat.

Über den Versprecher schon vor der Show, als „Poschi“ aus den 30. Spielen, die 20. machte kann man übersehen, denn sowas kann passieren. Was aber ein absolutes NoGo ist, das er noch während der olympischen Hymne den Zuschauern erklären wollte, wer diese Hymne komponiert hat. Das macht man einfach nicht.

Auch sonst waren die Kommentare eher nervig als hilfreich. Besonders weil es aufgrund der Gäste beim Einmarsch der Nationen nur noch um Schwimmen und Rudern ging.

Ich wünsche mir von einem Kommentator, das er mich mit interessantem Wissen versorgt, aber mich interessiert es bei einem solchen Ereignis nicht, wie sich „Karl Arsch“ fühlt, der zum ersten Mal im Stadion dabei ist. Das kann man gerne im Anschluss bei einer Analyse machen, aber bei einem Live-Kommentar ist das überflüssig.

Was mir gut gefallen hat, was die Idee die englischen Texte teilweise per Untertitel einzublenden, was bei dem Erzähler der Indsutrialisierungsgeschichte gut gefallen hat, aber beim olympischen Eid, wohl so in die Hose gegangen ist, dass der Herr Dolmatcher wieder eingreifen musste. Obwohl die Texte des Eides bekannt sind.

Und das waren nur die wichtigsten Kritikpunkte, die ich heute habe. Bitte lasst Euch für die Abschlussfeier was einfallen. Und leitet diesen Brief bitte an die ARD weiter, die hätten es wahrscheinlich genau so deletantisch hinbekommen, wie Ihr.

Warum muss in Deutschland eigentlich alles kaputt kommentiert werden?

fragt: Euer Matti